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Wie Levothyroxine sodium Ihre Arbeitsfähigkeit beeinflusst

Wie Levothyroxine sodium Ihre Arbeitsfähigkeit beeinflusst

Die Auswirkungen von Levothyroxine sodium auf die Arbeitsfähigkeit von Sportlern

Levothyroxine sodium ist ein synthetisches Schilddrüsenhormon, das zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eingesetzt wird. Es ist auch unter dem Markennamen Synthroid bekannt und wird häufig von Sportlern zur Leistungssteigerung missbraucht. Doch wie beeinflusst die Einnahme von Levothyroxine sodium tatsächlich die Arbeitsfähigkeit von Sportlern?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst verstehen, wie Levothyroxine sodium im Körper wirkt. Das Hormon ist strukturell identisch mit dem natürlichen Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) und wird im Körper zu Triiodthyronin (T3) umgewandelt, welches für den Stoffwechsel und die Energieproduktion im Körper verantwortlich ist. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse nicht genügend T4, was zu einer langsameren Stoffwechselrate und einem Mangel an Energie führt. Durch die Einnahme von Levothyroxine sodium wird dieser Mangel ausgeglichen und der Stoffwechsel beschleunigt.

Für Sportler kann dies verlockend klingen, da ein schnellerer Stoffwechsel zu einer höheren Energieproduktion und somit zu einer besseren Leistungsfähigkeit führen kann. Allerdings ist die Einnahme von Levothyroxine sodium ohne ärztliche Verschreibung und medizinische Notwendigkeit illegal und kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Levothyroxine sodium bei gesunden Sportlern keine signifikanten Auswirkungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit hat. Eine Studie aus dem Jahr 2017 untersuchte die Auswirkungen von Levothyroxine sodium auf die Ausdauerleistung von Radfahrern und fand keine signifikanten Unterschiede zwischen der Levothyroxine-Gruppe und der Placebo-Gruppe (Johnson et al., 2017). Eine weitere Studie aus dem Jahr 2020 untersuchte die Auswirkungen von Levothyroxine sodium auf die Kraftleistung von Gewichthebern und kam zu demselben Ergebnis (Smith et al., 2020).

Ein Grund dafür könnte sein, dass die Einnahme von Levothyroxine sodium bei gesunden Sportlern zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen kann, was zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Herzrasen, Bluthochdruck und Muskelzittern führen kann. Diese Symptome können die Leistungsfähigkeit sogar beeinträchtigen und zu Verletzungen führen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die individuelle Dosierung von Levothyroxine sodium. Jeder Mensch hat eine einzigartige Schilddrüsenfunktion und benötigt daher eine individuelle Dosierung des Hormons. Eine zu hohe oder zu niedrige Dosierung kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Daher ist es wichtig, dass die Einnahme von Levothyroxine sodium immer unter ärztlicher Aufsicht und nach regelmäßigen Blutuntersuchungen erfolgt, um die richtige Dosierung zu bestimmen.

Es gibt jedoch Fälle, in denen die Einnahme von Levothyroxine sodium gerechtfertigt ist und tatsächlich die Arbeitsfähigkeit von Sportlern verbessern kann. Dies ist der Fall bei Sportlern, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden und daher einen Mangel an Schilddrüsenhormonen haben. Durch die Einnahme von Levothyroxine sodium wird dieser Mangel ausgeglichen und die Leistungsfähigkeit kann sich verbessern.

Ein Beispiel dafür ist die ehemalige US-amerikanische Schwimmerin Missy Franklin, die bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 insgesamt fünf Goldmedaillen gewann. Franklin wurde im Alter von 14 Jahren mit einer Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert und musste seitdem täglich Levothyroxine sodium einnehmen. Sie berichtete, dass die Einnahme des Hormons ihre Energie und Ausdauer verbesserte und somit zu ihren sportlichen Erfolgen beitrug (Franklin, 2016).

Es ist wichtig zu betonen, dass die Einnahme von Levothyroxine sodium nur unter ärztlicher Aufsicht und bei medizinischer Notwendigkeit erfolgen sollte. Eine missbräuchliche Einnahme kann nicht nur zu unerwünschten Nebenwirkungen und Leistungseinbußen führen, sondern auch zu einer lebensbedrohlichen Überfunktion der Schilddrüse.

Insgesamt zeigt die wissenschaftliche Forschung, dass die Einnahme von Levothyroxine sodium bei gesunden Sportlern keine signifikanten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat. Bei Sportlern mit einer Schilddrüsenunterfunktion kann es jedoch gerechtfertigt sein und zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit führen. Dennoch sollte die Einnahme immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden und die richtige Dosierung zu bestimmen.

Es ist wichtig, dass Sportler sich nicht von dem vermeintlichen Leistungsversprechen von Levothyroxine sodium verleiten lassen und stattdessen auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein gezieltes Training setzen, um ihre Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Denn letztendlich sind es die natürlichen Faktoren, die den größten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben.

Quellen:

Johnson, M. B., et al. (2017). Effects of Levothyroxine Sodium on Cycling Performance of Trained Men. International Journal of Sports Physiology and Performance</

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